Meine Geschichte

Mein erstes Kapitel
Am Niederrhein beginnt meine Geschichte zwischen kleinen Städten, weiten Feldern und einer Familie, in der Handwerk und Tradition fest verankert sind. Mein Vater arbeitete als Webmeister in der Textilbranche, und schon früh lernte ich, wie viel Stolz in guter Arbeit steckt. Sonntags führte der Weg stets zu meiner Großmutter. Sie lebte im Haus meiner Ahnen, erbaut von meinem Urgroßvater, einem Metzgermeister. Dort, am großen Tisch, wurden Geschichten erzählt über Menschen, die vor uns kamen, und ein Leben, das längst vergangen ist. Diese Stunden weckten meine Liebe zur Vergangenheit und legten den Grundstein für alles, was später folgte.
Jugend in den 1970er-Jahren
Es waren Jahre des Wandels: neue Musik, neue Mode, ein Aufbruch in viele Richtungen. Am Niederrhein war die Begeisterung für Borussia Mönchengladbach allgegenwärtig, und auch bei uns zu Hause verfolgte man gespannt die Spiele. Während sich die Welt um uns herum rasant veränderte, blieben die Sonntage im Kreis der Familie ein fester Anker. Alte Geschichten am Tisch meiner Großmutter standen neben den ersten eigenen Erfahrungen, die meinen Blick auf Geschichte und Herkunft prägten. Mit dem Ende der Schulzeit begann für mich ein neuer Abschnitt : der Start meiner Ausbildung bei der Bank.


Mit 18 Jahren:
Start eigener Stammbaum
Parallel zu meiner Ausbildung in der Bank begann ich, mich intensiver mit meiner eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen. Die Sonntagsgespräche bei meiner Großmutter hatten Spuren hinterlassen. Nun wollte ich selbst herausfinden, wer die Menschen hinter den Namen waren. Ich zeichnete meinen ersten Stammbaum, suchte in Archiven und sprach mit Verwandten. Damit begann eine Reise, die mich bis heute begleitet.
Kauf des Familienhauses
Nach dem Tod meiner Großmutter erbten meine Mutter und ihre Geschwister das Familienhaus. Ich erwarb die Anteile der einzelnen Miterben und kaufte das Haus vollständig. Mit viel Sorgfalt renovierte ich es und bewahrte seine Geschichte: auch durch den Rückkauf historischer Möbel meiner Urgroßeltern, die wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückkehrten.


Ein lebendiges Familienhaus
Nach dem Rückkauf und der behutsamen Renovierung wurde das Familienhaus wieder zu einem Ort, an dem Geschichte und Gegenwart aufeinandtrafen. Ich wohnte dort mit meinen Eltern, meinem Mann und meiner Tochter in einem Mehrgenerationenhaus. Meine Tochter wuchs in diesen Räumen auf und trägt denselben Namen wie meine Großmutter, das erste Kind, das in diesem Haus geboren und aufgewachsen ist und bei der wir in meiner Kindheit die Sonntage verbrachten. So wurde die Tradition des Hauses fortgeführt und um ein neues Kapitel bereichert.
Arbeitskreis Familienkunde und Stadtarchiv Viersen
Nach der Jahrtausendwende trat ich dem Arbeitskreis Familienforschung im Stadtarchiv Viersen bei. Dort werteten wir historische Bestände aus und trugen Ergebnisse zur Geschichte einzelner Familien und unserer Stadt zusammen. Aus der gemeinsamen Arbeit entstanden wertvolle Einblicke in vergangene Generationen. Zehn Jahre nach meinem Eintritt übernahm ich die Leitung des Arbeitskreises und führte ihn mit dem Ziel weiter, Familienforschung und Stadtgeschichte miteinander zu verbinden und das Erbe für kommende Generationen zu sichern.


Digitalisierungsprojekt in der NRW.BANK
In den frühen 2000er Jahren begleitete ich in meiner beruflichen Tätigkeit als Bankprojektmanagerin die Einführung der elektronischen Darlehensakte bei der damaligen WestLB, später NRW.BANK. Ziel war es, bestehende Papierakten vollständig zu digitalisieren und Arbeitsprozesse zukunftsorientiert umzugestalten. Dieses Projekt verband präzises Dokumentenmanagement mit moderner Technik und zeigte mir, wie wichtig strukturierte Archivierung auch in der digitalen Welt ist.
Buchveröffentlichungen zu Dülken
Zu meinen Publikationen zählen „Dülken 1801 – Einwohnerverzeichnis der Stadt Dülken in französischer Zeit“, „Dülken 1822 – Bürgerregister und Kahnakten“ sowie „Dülken 1826 – Das preußische Kataster“. Diese Werke basieren auf ausgewerteten historischen Quellen und geben detaillierte Einblicke in die städtische Struktur, die Bevölkerung und das Leben in Dülken zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Alle drei Titel sind in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf zu finden.


Chronik Theresienheim Dülken-Nord
Gemeinsam mit Wilfried Kluß verfasste ich die Chronik „Theresienheim Dülken-Nord: 50 Jahre und mehr…“. Auf fast 90 Seiten zeichnet das Werk nicht nur die Geschichte der Einrichtung seit ihrer Einweihung im Jahr 1962 nach, sondern beleuchtet auch die gesellschaftlichen Entwicklungen im Dülkener Norden seit 1908. Grundlage waren umfangreiche Recherchen in Archiven, Bauakten und Chroniken, die ein lebendiges Bild dieser traditionsreichen Einrichtung entstehen ließen.
Vom Zufall zur Selbstständigkeit
Der Anstoß zu meiner Selbstständigkeit kam durch ein ungewöhnliches Erlebnis. Beim Heimatverein Viersen wurde ein Fotoalbum mit Aufnahmen aus Dülken abgegeben, das ursprünglich in Pulheim aufgetaucht war. Der Vereinsvorsitzende wusste um meine Ortskenntnis, und so gelang es mir, ohne Namenshinweise ein Ehepaar auf den Bildern zu identifizieren und darüber das Enkelkind ausfindig zu machen. Nachdem ich ihm die Bilder gab, rief er mich am nächsten Tag an und sagte: „Das war ein göttliches Zeichen, denn ich wollte immer schon einen Stammbaum und eine Familienchronik machen.“ Daraus entstand mein erster offizieller Auftrag. Ich machte mich selbstständig und begann, das, was ich zuvor für Freunde und Familie getan hatte, Stammbäume, Familien- und Unternehmenschroniken, professionell anzubieten.


Digitalisierungsprojekt im Kreisarchiv Viersen
Aus dem früheren Stadtarchiv Viersen ist inzwischen das Kreisarchiv Viersen geworden. Dort leite ich ein umfangreiches ehrenamtliches Digitalisierungsprojekt, das historische Bestände systematisch erfasst und für die digitale Nutzung aufbereitet. Ziel ist es, wertvolle Quellen langfristig zu sichern und den Zugang zu unserer regionalen Geschichte zu erleichtern.
Blick in die Zukunft
Meine Arbeit bleibt in Bewegung! Derzeit laufen zahlreiche Projekte, die Geschichte bewahren und erlebbar machen sollen. Dazu gehören unter anderem Familienchroniken zu historischen Grabsteinen auf dem Dülkener Friedhof, die unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. Mit jedem Projekt möchte ich ein Stück Vergangenheit sichern und zugleich Brücken in die Zukunft schlagen, damit diese Geschichten auch für kommende Generationen lebendig bleiben.


Vergangenheit bewahren und Geschichte lebendig machen
Ob Ahnenforschung, Haus- oder Unternehmenschroniken, Schulungen oder Vorträge: Jedes Projekt ist eine Reise in die Vergangenheit. Ich bringe Geschichten ans Licht, bewahre Erinnerungen und mache historische Zusammenhänge lebendig. Mit fundierter Recherche, anschaulicher Vermittlung und einem Blick für das Besondere entstehen Arbeiten, die Generationen verbinden und Wissen erhalten.
